LIQUID STAKING ERKLÄRT: VORTEILE GEGENÜBER TRADITIONELLEM STAKING
Verstehen Sie, wie Liquid Staking das traditionelle Staking verändert, indem es Liquidität bietet und gleichzeitig das Erzielen von Belohnungen ermöglicht.
Traditionelles Staking bezeichnet die herkömmliche Methode der Teilnahme an Proof-of-Stake (PoS)-Blockchains. In diesen Systemen hinterlegen Token-Inhaber eine bestimmte Menge an Kryptowährung, um den Betrieb und die Sicherheit des Netzwerks zu gewährleisten. Im Gegenzug erhalten sie Staking-Belohnungen – typischerweise in Form desselben Tokens – als Entschädigung für ihre Unterstützung bei der Validierung von Transaktionen und der Sicherung der Blockchain.
Um Coins traditionell zu staken, delegieren Nutzer ihre Assets üblicherweise an einen Validator oder betreiben in manchen Fällen einen eigenen Validator-Node. Dies erfordert, dass ein Node permanent online ist, bestimmte Hardware-Spezifikationen erfüllt und technische Abläufe übernimmt – Bedingungen, die durchschnittliche Nutzer abschrecken können. Daher entscheiden sich die meisten Nutzer für das Staking über zentralisierte Börsen oder Drittanbieter-Staking-Dienste, die gegen eine Servicegebühr Verwahrungs-Staking-Lösungen anbieten.
Eine der Einschränkungen des traditionellen Stakings liegt in seiner inhärenten Illiquidität. Sobald Token gestakt werden, sind sie für einen festgelegten Zeitraum im Protokoll gesperrt. Oftmals gibt es eine Entbindungsfrist – eine Verzögerung, bevor die Vermögenswerte nach Einleitung des Unstakings übertragbar sind. Beispielsweise dauert das Unstaking bei Cosmos etwa 21 Tage, und Ethereum ermöglicht Auszahlungen erst seit dem „Shapella“-Upgrade im Jahr 2023. Diese Verzögerungen können das traditionelle Staking für Nutzer, die Wert auf Flexibilität legen, weniger attraktiv machen.Darüber hinaus kann der Wert gestakter Token während der Sperrfrist schwanken, wodurch Nutzer der Marktvolatilität ausgesetzt sind und gleichzeitig schnelle Ausstiege oder Umschichtungen verhindert werden. In einem sich schnell verändernden Markt kann die Unfähigkeit, gestakte Vermögenswerte zu liquidieren, zu verpassten Investitionsmöglichkeiten oder potenziellen Verlusten führen.Ein weiterer Aspekt ist, dass Nutzer, die am traditionellen Staking teilnehmen, während der Sperrfrist in der Regel auf die Nutzung ihrer Vermögenswerte in DeFi-Anwendungen verzichten. Diese Abkopplung von umfassenderen Finanzdienstleistungen schränkt die Kapitaleffizienz ein, insbesondere für fortgeschrittene oder institutionelle Anleger, die planbare Cashflows und diversifizierte Portfoliomanagementstrategien anstreben.Diese Einschränkungen haben die Entwicklung neuer Staking-Modelle wie Liquid Staking beschleunigt. Durch die Integration von Liquidität und Komponierbarkeit in den Staking-Prozess bietet die Branche Anlegern nun moderne Instrumente, um die Blockchain-Teilnahme mit praktischer finanzieller Flexibilität zu verbinden und so die Attraktivität und Zugänglichkeit von Staking-Aktivitäten für ein breiteres Publikum zu erhöhen.
Operative Komplexität
Beim traditionellen Staking müssen Nutzer direkt mit Validatoren oder Staking-Pools interagieren und mitunter Validator-Nodes verwalten, was sowohl technische als auch finanzielle Risiken birgt. Liquid-Staking-Plattformen vereinfachen diesen Prozess und bieten häufig eine automatisierte Delegierung an optimierte Node-Betreiber, wodurch die technischen Einstiegshürden gesenkt werden.
Risikofaktoren
Liquid Staking ist jedoch nicht ohne Risiken. Nutzer sind Sicherheitslücken in Smart Contracts der Plattformen ausgesetzt, die die Derivate-Token ausgeben, sowie der potenziellen Entkopplung zwischen den gestakten und den Derivate-Assets. Traditionelles Staking ist zwar restriktiver, aber in der Regel weniger komplex und aus technologischer Sicht – vorausgesetzt, ein seriöser Validator wird gewählt – sicherer.
Belohnungsstrukturen
Die Belohnungen beider Modelle sind typischerweise proportional zum Staking-Betrag und der Leistung des Validators. Da liquide Staking-Derivate in DeFi-Strategien wiederverwendet werden können, besteht jedoch das Potenzial für höhere Renditen – allerdings verbunden mit einem höheren Risiko. Die Renditen beim traditionellen Staking sind im Allgemeinen stabiler, möglicherweise aber aufgrund des einmaligen Anwendungsfalls des gestakten Assets niedriger.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass liquides Staking die Benutzerfreundlichkeit durch mehr Flexibilität und Kapitaleffizienz verbessert. Traditionelles Staking ist zwar einfacher und potenziell sicherer, schränkt aber die Asset-Mobilität ein. Je nach individuellen Zielen und Risikotoleranz können Anleger die eine oder andere Methode wählen oder sogar beide kombinieren, um eine diversifizierte Staking-Strategie zu verfolgen.