HARTE GABELN VS. WEICHE GABELN: PRAKTISCHE UNTERSCHIEDE ERKLÄRT
Erfahren Sie, wie Hard Forks und Soft Forks Blockchain-Protokolle verändern, Auswirkungen auf die Nutzer haben und Kryptowährungs-Ökosysteme beeinflussen.
- Aktualisierungen oder Upgrades des Blockchain-Protokolls
- Unterschiede im Konsens der Community über die Governance
- Fehlerbehebungen oder die Behebung von Sicherheitslücken
- Meinungsverschiedenheiten über grundlegende Prinzipien wie Skalierbarkeit oder Transaktionsgebühren
Forks werden in zwei Haupttypen unterteilt: Hard Forks und Soft Forks. Jeder hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Abwärtskompatibilität, den Konsens und die Kontinuität der Blockchain. Das Verständnis der technischen Mechanismen und praktischer Beispiele ist für Entwickler, Investoren und Nutzer, die sich im Blockchain-Ökosystem bewegen, unerlässlich.
Wichtige Merkmale eines Hard Forks sind:
- Nicht abwärtskompatibel: Ältere Nodes lehnen Blöcke der neuen Chain ab.
- Chain-Spaltung: Die Blockchain spaltet sich in zwei, wenn nicht alle Nodes ein Upgrade durchführen.
- Erstellung neuer Token (häufig): Der Fork kann zur Entstehung einer neuen Kryptowährung führen.
- Konsens erforderlich: Die Beteiligung der Community ist für die langfristige Tragfähigkeit des Forks notwendig.
Praktisches Beispiel: Bitcoin Cash (BCH)
Im August 2017 fand im Bitcoin-Netzwerk ein Hard Fork statt, der zur Entstehung von Bitcoin Cash führte.
Der Hauptstreitpunkt innerhalb der Bitcoin-Community war damals die Skalierung des Netzwerks, um mehr Transaktionen zu ermöglichen. Bitcoin Cash erhöhte die Blockgröße von 1 MB auf 8 MB (und später noch einmal), wodurch mehr Transaktionen pro Block möglich wurden und die Gebühren sanken. Dieses Upgrade war nicht abwärtskompatibel, und Bitcoin Cash wurde zu einer separaten Blockchain mit eigenen Regeln und einem eigenen Token (BCH), der sich von Bitcoin (BTC) unterscheidet. Nutzer, die zum Zeitpunkt der Abspaltung Bitcoin besaßen, erhielten nach der Aufspaltung einen entsprechenden Betrag in BCH.Weitere bemerkenswerte Hard Forks:
- Ethereum Classic (ETC): Abspaltung von Ethereum im Jahr 2016 nach dem DAO-Hack aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über die Rückabwicklung eines Diebstahls.
- Monero Hard Forks: Treten regelmäßig auf, um Datenschutzprotokolle zu verbessern oder ASIC-Mining zu verhindern.
- Cardano Alonzo Hard Fork: Führte 2021 Smart Contracts in Cardano ein, was ein Protokoll-Upgrade erforderte, das mit älteren Versionen inkompatibel war.
Hard Forks sind in der Regel disruptiver als Soft Forks, bieten aber eine saubere Lösung, wenn die Community stark gespalten ist oder eine grundlegende Änderung notwendig ist.
Wesentliche Merkmale eines Soft Forks:
- Abwärtskompatibilität: Ältere Knoten funktionieren weiterhin im modifizierten Netzwerk.
- Keine Schaffung neuer Coins: Die bestehende Kryptowährung bleibt erhalten.
- Erfordert Mehrheits-Hash-Power: Neue Regeln werden durch die Mehrheit der Mining-Power durchgesetzt.
- Sicherheit durch Konsens: Fördert eine einheitliche Protokollausrichtung innerhalb des Netzwerks.
Praktisches Beispiel: Bitcoin SegWit Upgrade
Einer der bekanntesten Soft Forks ereignete sich im August 2017, als das Segregated Witness (SegWit)-Protokoll-Upgrade im Bitcoin-Netzwerk aktiviert wurde.
SegWit veränderte die Art und Weise, wie Transaktionsdaten gespeichert werden, indem die Signaturdaten (Zeugendaten) aus dem Transaktionsblock entfernt und in einer separaten Struktur abgelegt wurden. Diese Änderung ermöglichte es, mehr Transaktionen in einem Block zu speichern, ohne die Blockgrößenbeschränkung zu erhöhen. Da SegWit-Transaktionen weiterhin nach den Regeln des alten Bitcoin-Protokolls gültig waren (auch wenn ältere Clients dies nicht vollständig nutzten), war die Änderung abwärtskompatibel. Infolgedessen konnten ältere Nodes weiterhin Blöcke validieren, und es wurde keine neue Coin erzeugt.Weitere wichtige Soft Forks sind:
- Ethereums Byzantium Upgrade: Implementierte Verbesserungen in Bezug auf Datenschutz und Effizienz bei gleichzeitiger Wahrung der Netzwerkintegrität und Gewährleistung der Abwärtskompatibilität.
- Litecoin MimbleWimble-Integration: Implementiert als Soft Fork für optionale, nicht obligatorische vertrauliche Transaktionen.
- BIP66 (Bitcoin Improvement Proposal): Erzwang strenge DER-Signaturen durch einen Soft Fork, um die Konsensregeln sicher zu verbessern.
Soft Forks werden im Allgemeinen bevorzugt, wenn inkrementelle Änderungen oder Optimierungen vorgenommen werden müssen, während die Netzwerkkohärenz erhalten und das Risiko (und die Kosten) einer Aufspaltung vermieden werden.
Soft Forks können jedoch umstritten sein, wenn nicht alle Benutzer zustimmen, und ein versuchter Soft Fork kann dennoch zu einer harten Aufspaltung führen.
Bei einem Scheitern des Konsensverfahrens kann es zu einer Abspaltung kommen, wie es bei einigen früheren Aktualisierungen der Fall war.Letztendlich hängt die Wahl zwischen einer harten und einer weichen Abspaltung von den Zielen der Aktualisierung, dem Grad der Zustimmung innerhalb der Community und der Art der Protokolländerung ab.